Das Schwingen im 19. Jahrhundert


Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Schwingen unter der Besatzung der Franzosen ein nationales Gut.Image result for Das Schwingen im 19. Jahrhundert

Das Alphirtenfest in Unspunnen sollte das Nationalbewusstsein mit einem großen Schwingenwettbewerb fördern. Den großen Durchbruch konnte die Sportart aber erst weitere 100 Jahre später feiern. Bis dahin war das Schwingen eher eine ländliche Sportart, die sich nicht in den grösseren Städten durchsetzen konnte.

Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Sportart auch von Sportvereinen in die großen Städte gebracht. 1885 wurde der Eidgenössische Schwingerverband gegründet. 1914 hatte der Verband erst 3.411 Mitglieder, heute sind es weit über 50.000. Das Spiel, das ursprünglich bei den Bauern und Schäfern beliebt war, wurde zu einem Nationalsport. Es wurden nationale Regeln festgelegt und die Sportschulen begannen, gezielte Trainingsstunden anzubieten.

Bis heute verbietet der Verband strikt jegliche Werbung. Die Betreiber wollen bei dem traditionellen Volkssport auf jede Fälle die Kommerzialisierung untersagen und legen viel Wert auf die Traditionen. Das führte dazu, das die Schwingen-Wettbewerbe zu öffentlichen Ereignissen werden und generell sehr friedliche und familienfreundliche Veranstaltungen sind.

In den letzten Jahren ist auch das Interesse der Medien an dem Sport gestiegen. Die Stars der Szene werden angejubelt und es werden VIP-Bereiche bei den Veranstaltungen angeboten. Viele Sportler sehnen sich nach den alten Zeiten zurück, an den dorfähnlichen Charakter der Veranstaltungen, an die Kampfringe aus Sägemehl.

Trotzdem ist das Schwingen nur durch die Medien in den letzten Jahren so populär geworden. Der Verband freut sich über das gesteigerte Interesse an dem Sport. Auf dem Älplerfest, dem traditionellen Treffen der Schwinger, werden jedes Jahr über 250.000 Besucher bewirtet, für die das grösste Stadium in der Schweiz aufgebaut wird. Hier werden auch die Meisterschaften im Steinstossen ausgetragen, dem anderen Nationalsport der Schweizer.

Für den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgen 4.000 Helfer. Der Umsatz der durch das Volksfest erreicht wird, liegt bei etwa 25 Millionen Franken.